dialogprozess

Dialogprozess

Miteinander denken

Mit „Dialog“ meinen wir hier ein bewusst gestaltetes Gespräch. Es kann zwischen zwei Menschen stattfinden oder in einer Gruppe. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Erkunden: Wir teilen unsere Sichtweisen mit, hören einander zu und nehmen wahr, was dabei in uns selbst geschieht.

Wir bringen unterschiedliche Erfahrungen, Vorstellungen und Annahmen mit. Im Dialog können wir sie deutlicher erkennen und einander verständlich machen. Dabei kann etwas Neues entstehen, das keine und keiner allein schon mitgebracht hat.

Klangschale und Redestein auf einem violetten Kissen

Ein Thema mitbringen oder entstehen lassen

Ein Dialog kann mit einem vereinbarten Thema oder einer gemeinsamen Frage beginnen. Wenn damit ein bestimmtes Ziel verbunden ist, sprechen wir von einem zielgerichteten Dialog.

Ein Dialog kann aber auch ohne vorgegebenes Thema stattfinden. Im Laufe des Gesprächs entwickelt sich, was die Menschen in diesem Moment beschäftigt. Diese Form nennen wir generativen Dialog.

Beiden Formen gemeinsam ist die Aufmerksamkeit für das eigene Denken und Fühlen: Welche Vorannahmen bringe ich mit? Was erwarte ich von den anderen? Was unterstelle ich vielleicht, ohne es zu bemerken?

Das Gespräch verlangsamen

Diese Aufmerksamkeit braucht Zeit. Deshalb verlangsamen wir im Dialog den Austausch.

Sprechende erhalten die Möglichkeit, ihre Wahrnehmungen und Gedanken mitzuteilen, ohne sofort durch Gegenrede unterbrochen zu werden. Zuhörende können sich dem Gesagten zuwenden und zugleich die eigenen Reaktionen beobachten.

Vielleicht entsteht schon beim Zuhören ein Einwand. Vielleicht fühlen wir uns bestätigt, berührt oder verärgert. Im Dialog üben wir, solche Reaktionen zunächst wahrzunehmen, ohne ihnen unmittelbar folgen zu müssen.

Ein gemeinsamer Rahmen

Üblicherweise sitzen die Beteiligten in einem Kreis. Eine Anfangsrunde hilft beim Ankommen. Danach beginnt der offene Austausch. Redestein und Klangschale unterstützen die Verlangsamung. Zum Abschluss schauen wir gemeinsam auf den Verlauf zurück.

Die Dialogbegleitung erläutert den Ablauf, behält die vereinbarte Zeit im Blick und achtet auf den gemeinsamen Rahmen.

Eine dialogische Haltung üben

Offen und neugierig bleiben, respektvoll zuhören, von dem sprechen, was uns wirklich wichtig ist, und die eigenen Reaktionen beobachten: Solche Fähigkeiten können wir im Dialog entwickeln.

Die sogenannten Kernfähigkeiten geben dafür Anregungen. Niemand muss sie bereits beherrschen, bevor ein Dialog beginnen kann.

Hintergründe und eigene Erfahrung

Unser Verständnis des Dialogs ist mit Gedanken über die Begegnung zwischen Menschen und das gemeinsame Denken verbunden. Auf den weiterführenden Seiten stellen wir wichtige Bezugspunkte und Literatur vor.

Wie sich ein Dialog entwickelt, lässt sich im eigenen Mitmachen erfahren.