
Im Kreis zusammenkommen
Üblicherweise sitzen alle Beteiligten in einem Kreis. In der Mitte kann eine Vase mit Blumen oder eine Schale mit Blüten stehen. Dort liegen auch der Redestein und eine Klangschale. Sie helfen uns, das Gespräch zu verlangsamen und aufmerksam zu bleiben.
Eine oder zwei Personen begleiten den Dialog. Sie erläutern den Ablauf, behalten die vereinbarte Zeit im Blick und unterstützen die Gruppe, wenn der gemeinsame Rahmen aus dem Blick gerät.
Ankommen
Zu Beginn gibt es eine kurze Runde. Alle haben Gelegenheit, mitzuteilen, wie sie gerade da sind: Was beschäftigt mich? Welche Stimmung bringe ich mit? Mit welchen Erwartungen bin ich gekommen?
Wer beginnen möchte, nimmt den Redestein und gibt ihn anschließend im Kreis weiter. So können wir voneinander hören, bevor der offene Dialog beginnt.
Sprechen und zuhören
Nach der Anfangsrunde kommt der Redestein zurück in die Mitte. Die Klangschale erklingt. Wenn ihr Ton verklungen ist, kann jemand den Stein nehmen und sprechen. Die anderen hören zu.
Wer spricht, teilt mit, was im Moment wichtig erscheint. Ein Beitrag kann an das zuvor Gesagte anknüpfen. Er kann aber auch einen anderen Gedanken oder eine eigene Erfahrung einbringen.
Beim Zuhören richten wir die Aufmerksamkeit zugleich auf uns selbst: Möchte ich sofort widersprechen oder zustimmen? Entsteht ein Gefühl? Werden Erinnerungen wach? Welche Annahmen über die andere Person oder das Gesagte bemerke ich?
Wir versuchen, diese Reaktionen zunächst wahrzunehmen. Nicht jeder Gedanke muss gleich ausgesprochen werden.
Zeit lassen
Nach einem Beitrag wird der Redestein wieder in die Mitte gelegt. Es bleibt Zeit, dem Gehörten nachzuspüren, bevor jemand anderes das Wort nimmt.
Folgen die Beiträge zu schnell aufeinander, kann jemand die Klangschale anschlagen. Solange sie klingt, halten wir inne.
Stille entsteht auch, wenn gerade niemand etwas sagen möchte. Das kann ungewohnt sein. Vielleicht wächst der Wunsch, die Pause rasch zu füllen. Auch das lässt sich beobachten. Wir müssen nicht sofort weitersprechen.
Das Thema
Ein Dialog kann mit einer vereinbarten Frage oder einem Thema beginnen. Er kann auch offen bleiben. Manchmal dient ein Gedicht oder eine kurze Geschichte zur Einstimmung.
Ohne vorgegebenes Thema entwickelt sich das Gespräch aus dem, was die Beteiligten mitbringen und was zwischen ihnen entsteht.
Die Beiträge müssen dabei nicht zu einem gemeinsamen Ergebnis führen. Unterschiedliche Gedanken und Sichtweisen dürfen nebeneinander stehen und weiterwirken.
Gemeinsam zurückschauen
Nach der vereinbarten Zeit wird der Dialog beendet. Die Klangschale leitet eine abschließende Reflexionsrunde ein.
Nun steht der Verlauf im Mittelpunkt: Wie habe ich das Sprechen und Zuhören erlebt? Was habe ich an mir beobachtet? Wann war ich aufmerksam, wann abgelenkt? Wie habe ich die Pausen wahrgenommen?
Alle haben noch einmal Gelegenheit, ihre Beobachtungen mitzuteilen. So können wir aus der gemeinsamen Erfahrung lernen.